Urs Marti

Urs Marti, Prof. Dr.

Titularprofessor / Adjunct professor

Tel.: +41 44 634 85 36

Anschrift: UZH Philosophisches Seminar, Zollikerstrasse 117, CH-8008 Zürich

Raumbezeichnung: ZOA 315

umarti@philos.uzh.ch

Sprechstunde

Nach Vereinbarung, Rämistrasse 71, KOL-F 110d.

Arbeitsgebiete

Aktuelle Forschungsprojekte

  • Globale Gerechtigkeit: Seit über drei Jahrzehnten beschäftigt sich die Moralphilosophie mit der Frage nach der Gerechtigkeit der bestehenden Weltordnung. Mittlerweile liegen zahlreiche Beiträge zur Debatte vor, in denen hauptsächlich Argumente für und wider die materielle Umverteilung zwischen den Nationen formuliert werden. Die Aufmerksamkeit muss aber vermehrt auf die institutionelle Ebene gelenkt werden, auf die Herausbildung einer supranationalen rechtlich-politischen Ordnung und deren Auswirkungen auf die Verteilung von Macht, Freiheit, Handlungs- und Entwicklungschancen.
  • Demokratietheorie: Zahlreiche Gegenwartdiagnosen lassen vermuten, die Demokratie befinde sich in einer Krise und die effektiven Partizipationschancen der Menschen seien gering. In dieser Situation stellt sich für eine normative Demokratietheorie die Frage, ob in modernen Demokratien überhaupt ein Konsens besteht bezüglich der institutionellen Voraussetzungen, vor allem aber bezüglich der sozioökonomischen und kulturellen Möglichkeitsbedingungen demokratischer Ordnung.
  • Anfänge des politischen Denkens im antiken Griechenland: Das politische Denken beginnt nicht mit Platon, vielmehr beginnt mit Platon die Reduktion des politischen Denkens auf eine vorwiegend normative Reflexion beziehungsweise die Gleichsetzung von politischer und moralischer Ordnung. Werden Literatur und Mythologie in die Untersuchung einbezogen, zeigt sich, dass das Grundthema des politischen Denkens nicht die Ordnung ist, sondern die Stasis, der soziale Konflikt. Mit der platonischen politischen Philosophie beginnt zugleich eine Tradition, die den sozialen Konflikt nicht auf soziale, sondern moralische Ursachen zurückführt. Schliesslich definiert Platon eine bis heute einflussreiche Auffassung von Politik, welche den menschlichen Anspruch auf politische Kompetenz als anmassend zurückweist und die Bewahrung der Ordnung einer übermenschlichen Instanz überantworten will.
  • Rousseau und die Frage nach der Schuldfähigkeit der politischen Philosophie: Als kritische Reflexion über die Ordnung der Gesellschaft ist das politische Denken immer wieder in Verdacht geraten, einen gefährliche, eine subversive Tätigkeit zu sein. Rousseau ist ein besonders lohnendes Beispiel eines Philosophen, dem der Part des Sündenbocks für eine ganze Reihe von Krisen und unliebsamen Entwicklungen zugewiesen wird. Er hat im Urteil seiner Kritiker die Französische Revolution zu verantworten, die Demokratie, den Totalitarismus und den Egalitarismus. Am Beispiel Rousseaus lässt sich daher studieren, was Ideen bewirken können. Es ist zu prüfen, welche Aufgaben die politische Philosophie sich stellt, welche Verantwortung sie trägt und welche Macht ihr zukommen kann.
  • Mitarbeit am EU Research Training Network Applied Global Justice, 2002-2006, Mitherausgeber der Tagungsbände (2013).

Forschungsdatenbank der UZH

Curriculum vitae

1989 Promotion an der Universität Bern 
1995 Habilitation an der Universität Bern
1999 Oberassistent für Politische Philosophie an der Universität Zürich
2000 Umhabilitation, Privatdozent für Politische Philosophie, Universität Zürich
2008Ernennung zum Titularprofessor

Publikationen